Hausbau: Die 10 schlimmsten Fehler

Legen Sie noch mal 100.000 EUR drauf …

Bei einem Klassentreffen hat einer meiner alten Schulfreunde von seinem Hausbau erzählt:

Nimm den höchsten Preis, den Du Dir für Dein Haus vorstellen kannst und leg noch mal 100.000 drauf. Soviel kostet es am Ende.

Das hat mich natürlich interessiert. Also habe ich nachgefragt, wie das sein konnte. Nun, er hatte ganz klassisch gebaut, mit Architekt und Selbstvergabe an die einzelnen Handwerker. Dann kamen während des Baus noch ein paar eigene Zusatzwünsche dazu. Fertig.

Was ist da schief gelaufen?

Es war ein Paradebeispiel dafür, wie es beim Hausbau aus Unkenntnis immer wieder zu teuren Fehlern kommt.

Deshalb habe ich hier die aus meiner Sicht 10 schlimmsten Fehler beim Hausbau zusammengestellt.

In diesem Sinne

Trotzdem viel Spaß beim Hausbau.


Fehler Nr. 1:
Preise vergleichen kann ich ja wohl selber …

Sie vergleichen Preise und dabei Äpfel mit Birnen. Vergessen Sie es!

Tatsache ist:
Selbst echte Fachleute sind nur mit erheblichem Zeitaufwand in der Lage,
die Angebote von Hausanbietern seriös zu vergleichen.

Und der Preis als Haupt-Vergleichskriterium ist beim Hausbau der denkbar schlechteste Maßstab.

Da aber die Wenigsten ganz ohne Anbietervergleich bauen möchten,
der Fehler Nr.2


Fehler Nr. 2:
Beratung muss kostenlos sein …

Sie lassen Sie sich nicht beraten. Zumindest nicht von einem (wirklich) unabhängigen Fachmann? Großer Fehler!

Wirklich unabhängig bedeutet dabei, dass er mit Ihrem Bau ansonsten nichts zu tun hat (dass es sich bei ihm u.a. nicht um den planenden Architekten handelt etc.)

Unabhängig bedeutet aber vor allem, dass Sie ihn für seine Beratung bezahlen müssen!

Ihr persönlicher Bauberater sollte außerdem den Hausbau im Ganzen überblicken und nicht nur einzelne Teile.

Das absolute Minimum ist eine unabhängige Baubegleitung (z.B. TÜV-Baucontrolling o.ä.).


Fehler Nr. 3:
Die Finanzierung macht meine Hausbank …

Dass Banker meistens nur Ihr Bestes (nämlich Ihr Geld) wollen, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Ebenso wie die Tatsache, dass eine Baufinanzierung, in der das Wort “Kapital-Lebensversicherung” vorkommt, grober Unfug ist.

Deshalb:
Nehmen Sie sich viel Zeit, um die richtige Baufinanzierung zu finden. Lassen Sie sich auch hier wirklich unabhängig (!) beraten und rechnen Sie! Ein halbes Prozent Zinsdifferenz summiert sich schnell zu einem 5-stelligen Betrag.

Einen unabhängigen Vergleich von Baufinanzierungsangeboten finden Sie hier: Tarifcheck24


Fehler Nr. 4:
Einzelvergabe macht mein Haus günstiger …

Sie lassen sich zur Selbst- und Einzelvergabe überreden. Womöglich weil Sie glauben (oder man Ihnen glauben macht), damit lasse sich Geld sparen … Großer Irrtum!

Tatsache ist:
Die einzigen, die dabei Vorteile haben, sind die ausführenden Unternehmen. Die haben nämlich weniger Risiko und mehr Möglichkeiten, die Schuld auf andere zu schieben. Außerdem bietet die Einzelvergabe ein riesiges Einfallstor für Zusatzkosten, die man Ihnen in Rechnung stellen kann!

Deshalb:
Bauen Sie schlüsselfertig und zum Festpreis. Alles andere ist grobe Unvernunft.

Schlüsselfertig heißt dabei wirklich komplett und Festpreis bedeutet, dass keine versteckten Kosten lauern. Beides kann Ihnen nur ein Fachmann sagen (siehe Fehler Nr. 2).


Fehler Nr. 5:
Eigenleistungen sparen Geld …

Sie möchten Eigenleistungen erbringen, um Geld zu sparen? Das ist in etwa das Gleiche, wie die Uhr anzuhalten, um Zeit zu sparen.

Tatsache ist:
Wenn Sie alles zusammenzählen (und vor allem nicht vergessen, dass Sie das Material selber kaufen müssen!), sparen Sie unter dem Strich nicht nur nichts, sondern verzichten neben Ihrer Freizeit auch auf die Gewährleistung für diese Leistungen.

Und das gilt nicht nur für technisch Kritisches, wie z.B. die Dachdämmung, sondern auch für vermeintlich Einfaches, wie die Malerarbeiten.

Faustregel:
Wer in seinem normalen Job nicht mehr verdient, als die (Eigen-)Leistung kosten würde, sollte besser gar nicht bauen.


Fehler Nr. 6:
Der nette Hausverkäufer versteht genau, was ich will …

Wie der Name schon sagt, will Ihnen ein Hausverkäufer ein Haus verkaufen. Von ehrlicher Beratung o.ä. ist keine Rede. Für Ihre Unterschrift und seine Provision wird er Ihnen so ziemlich alles versprechen.

Faustregel:
Wenn Ihnen ein Verkäufer hier und heute eine Unterschrift für egal was abverlangen will, gehen Sie. Unterschreiben Sie insbesondere nie einen “Beratungs-Nachweis”, den der Verkäufer angeblich seinem Chef vorlegen muss.

Siehe auch Verkäufergespräch „Bauherren wollen betrogen werden?!“


Fehler Nr. 7:
Ein kleines / regionales Unternehmen betreut mich besser …

Größe und Regionalität werden immer mal wieder als Kriterien für die Auswahl des passenden Hausbau-Unternehmens genannt. Kleine, regional tätige Unternehmen gelten als „kundennäher“.

Unsere Erfahrungen sind:

– Kleine Firmen sind bei weitem insolvenzanfälliger,
als Unternehmen mit einer gewissen Größe (siehe gesonderter Artikel)

– auch große, überregional tätige Firmen arbeiten mit Handwerkern
(z.B. Heizungsbauern) vor Ort zusammen

– die Abwicklung ist bei großen Unternehmen bei weitem professioneller. Denn wer eine zumindest 3-stellige Zahl an Häuser pro Jahr baut, muss seine Prozesse optimiert haben und kann sich nicht „durchwursteln“, wie das viele kleine Bauunternehmen machen.


Fehler Nr. 8:
Mein Architekt wickelt den gesamten Bau für mich ab …

Man benötigt für ein normales Haus (und das sind die meisten Häuser unter 500.000 EUR) heute eigentlich keinen eigenen Architekten mehr.

Aber selbst wenn Sie dieses Geld ausgeben möchten und auch wenn manche Architekten wirklich schöne und gute Häuser entwerfen können – was die wenigsten Architekten beherrschen ist Kalkulation und Bauabwicklung. Also lassen Sie das von Fachleuten erledigen.

Lassen Sie sich vor allem nicht vom Architekten zur Selbst-/Einzelvergabe unter seiner Leitung überreden (siehe Fehler Nr. 4)!

Faustregel:
Ein Architekt sollte allenfalls planen und sonst nichts.


Fehler Nr. 9:
Unsere Nachbarn / Freunde / Verwandte sollen Augen machen …

Der Drang, für andere oder nach aktuellen Trends zu bauen, ist groß. Vergessen Sie es.

Bauen Sie nur für sich und Ihre Bedürfnisse. Berücksichtigen dabei nicht nur Ihre aktuelle Situation, sondern auch die in 10 Jahren, wenn Ihre Kinder größer oder schon aus dem Haus sind.

Hinterfragen Sie das, was „alle machen“ und lassen Sie es sich von Fachleuten (siehe Fehler Nr. 2) erklären, bevor Sie sich auch dafür entscheiden.

Und bevor Sie nur wegen Ihrer Nachbarn / Freunde / Verwandtschaft zu teuer bauen, fahren Sie lieber mit Ihrer Familie in den Urlaub.


Fehler Nr. 10:
Ich will 150 qm Wohnfläche und dafür 130.000 EUR bezahlen …

Ein Fehler, der Ihnen beim Autokauf nicht unterlaufen würde, sind unrealistische Vorstellungen von Preis und Leistung.

Sie bekommen in Deutschland ein neues Auto auch für unter 10.000 EUR. Und sie bekommen in Deutschland neue Autos für weit über 100.000 EUR.

Was würden Sie sagen, wenn Ihnen ein nagelneues Luxusgefährt mit allen Extras für sagen wir mal 25.000 EUR angeboten wird? Da kann was nicht stimmen. Richtig?!

Beim Hausbau ist es ähnlich.

Deshalb:
Seien Sie realistisch. Ein wirklich schlüsselfertiges Haus mit zumindest einer Bodenplatte (und noch ohne Grundstück!) kostet in Deutschland mindestens 1000 EUR pro qm Wohnfläche. Bei gehobener Ausstattung auch wesentlich mehr.

Alles was darunter liegt, ist im Regelfall nicht wirklich komplett.




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